{"id":149,"date":"2009-02-07T17:56:08","date_gmt":"2009-02-07T16:56:08","guid":{"rendered":"http:\/\/wp1057439.wp029.webpack.hosteurope.de\/apps\/wp\/?page_id=149"},"modified":"2010-12-25T18:44:35","modified_gmt":"2010-12-25T17:44:35","slug":"masculinity-and-male-archetypes","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/johnbellicchi-portfolio.blog-net.ch\/de\/seminars\/the-mens-workshop\/masculinity-and-male-archetypes\/","title":{"rendered":"M\u00e4nnlichkeit und m\u00e4nnliche Archetypen"},"content":{"rendered":"<\/p>\n<div class=\"articleSum\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/johnbellicchi.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/manner-logo-64x64.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"64\" height=\"64\" \/><\/p>\n<h1>M\u00e4nnlichkeit und m\u00e4nnliche Archetypen<\/h1>\n<\/div>\n<p>1<\/p>\n<p>Traditionelle Definitionen von M\u00e4nnlichkeit beinhalten Attribute wie Unabh\u00e4ngigkeit, Stolz, Widerstandskraft, Selbstbeherrschung und k\u00f6rperliche St\u00e4rke. (Wesensmerkmale, die selbstverst\u00e4ndlich nicht allein M\u00e4nnern vorbehalten sind.)<\/p>\n<p>Ich betrachte M\u00e4nnlichkeit vorzugsweise in archetypischen Bildern. Der Held\/Krieger ist wohl die bekannteste und am meisten verehrte Gestalt. Alle M\u00e4nner, insbesondere Jungen und junge M\u00e4nner, tr\u00e4umen davon, den Mut, die Risikobereitschaft, die H\u00e4rte, den Grips und die Geschicklichkeit eines Kriegers zu haben.<\/p>\n<p>Andere Archetypen sind der Weise, der dem Mann der Tat (also dem Helden\/Krieger) teilweise als Denker dient; der Sohn\/Liebhaber, ein ewiger J\u00fcngling, viel versprechend, spielerisch, fantasievoll, k\u00fcnstlerisch begabt, voll romantischer Sehns\u00fcchte und sinnlicher Gel\u00fcste; und der K\u00f6nig. \u201dHerrsche \u00fcber dein Leben,\u201d ist seine Botschaft an einen Mann.<\/p>\n<p>\u201dHandle\u201d befiehlt der Krieger. \u201dDenke nicht, handle.\u201d \u201dDenke\u201d entgegnet der Weise. \u201dGebrauche deinen Verstand. Mach dir die enorme Macht des Denkens zunutze.\u201d<\/p>\n<p>\u201dF\u00fchle,\u201d meldet sich der Sohn\/Liebhaber zu Wort. \u201dFolge deinen Gef\u00fchlen. H\u00f6r auf dein Herz.\u201d<\/p>\n<p>Keiner wird vom Dienen ausgeschlossen, am allerwenigsten der K\u00f6nig. \u201dIch bin jetzt 80 Jahre alt,\u201d sagt ein Herrscher, \u201dund ich kenne nichts anderes als Dienen. Um mich mache ich mir keine Sorgen,\u201d sagt er als er nach seinem sich\u00a0rasch verschlechternden\u00a0Gesundheitszustand \u00a0befragt wird. \u201dMeine Sorgen haben sich nie um mich gedreht.\u201d<\/p>\n<p>\u201dVon m\u00e4chtigen Symbolen geht immer eine unantastbare Autorit\u00e4t aus,\u201d schreiben die Autoren von <em>Der heilige Gral und seine Erben<\/em> , \u201ddie nur durch angreifbarere Formen der Macht kompromittiert werden k\u00f6nnen.\u201d Der K\u00f6nig <em>ist, <\/em>seine Funktion liegt mehr im Sein als im Tun; er herrscht, aber er regiert nicht.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig regiert sein K\u00f6nigreich nicht, er <em>is<\/em>t sein K\u00f6nigreich, die Personifizierung seines Territoriums ebenso wie die Verk\u00f6rperung seines Volkes in Person.<\/p>\n<p>Im archetypischen Bild der Familie ist es die Mutter, die regiert, w\u00e4hrend der Vater die Regeln aufstellt.<\/p>\n<p>Vater und Mutter haben in Bezug auf das Kind unterschiedliche Funktionen. Nat\u00fcrlich erziehen, besch\u00fctzen und ern\u00e4hren beide, aber der Vater konzentriert sich mehr darauf, das Kind f\u00fcr das Leben au\u00dferhalb der Familie vorzubereiten. Er bereitet das Kind auf eine recht unbarmherzige Welt vor. (Siehe hierzu die Analyse der Geschichte vom j\u00fcdischen Vater und seinem Sohn in James Hillman\u2019s Essay \u201dBetrayal\u201d in\u00a0<em>Loose Ends<\/em> \u2026)<\/p>\n<p>2<br \/>\nOhne die Verbindung zum Vater kann ein Mann seinen Weg in der Welt nicht finden oder er kommt auf dem eingeschlagenen Pfad nicht vorw\u00e4rts und h\u00e4lt nicht durch; er l\u00e4sst sich leicht verleiten oder beeinflussen. Ohne die Verbindung zur Mutter kann er sich und andere nicht n\u00e4hren; die Selbstkritik nimmt \u00fcberhand, wird nicht von einem gesunden Selbstbewusstsein \u00fcberpr\u00fcft. Ohne die Verbindung zum Helden fehlen ihm Antrieb und Motivation, schreckt er vor Herausforderungen zur\u00fcck, vermeidet er Risiken. Ohne die Verbindung zum weisen Mann (oder der weisen Frau) f\u00e4llt es ihm schwer, den Sinn seines Lebens oder seiner Rolle als Mann zu erkennen; seine Handlungen m\u00f6gen auf Ziele ausgerichtet sein, dienen aber anscheinend keinem Zweck. Ohne die Verbindung zum Kind mangelt es ihm an Lebhaftigkeit und Frische, birgt die Zukunft f\u00fcr ihn nicht viel Erfreuliches, scheint das Dasein um ihn herum \u00f6d und leer wie eine W\u00fcste.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00e4nnlichkeit und m\u00e4nnliche Archetypen 1 Traditionelle Definitionen von M\u00e4nnlichkeit beinhalten Attribute wie Unabh\u00e4ngigkeit, Stolz, Widerstandskraft, Selbstbeherrschung und k\u00f6rperliche St\u00e4rke. (Wesensmerkmale, die selbstverst\u00e4ndlich nicht allein M\u00e4nnern vorbehalten sind.) Ich betrachte M\u00e4nnlichkeit vorzugsweise in archetypischen Bildern. Der Held\/Krieger ist wohl die bekannteste und am meisten verehrte Gestalt. 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